Konkret. Ohne Weichspüler. Aus 40 Jahren Berufserfahrung.
Gehaltsverhandlungen gehören zu den Momenten, vor denen viele Frauen zurückschrecken. Dabei ist das Prinzip einfacher, als viele denken. Es geht nicht um Taktik. Es geht um Klarheit.
Hier sind fünf Dinge, die du wissen solltest, bevor du das Gespräch anfängst.
1. Kenne deinen Marktwert. Genau.
Nicht ungefähr. Nicht "irgendwo zwischen". Genau. Recherchiere Gehaltsdaten für deine Branche, deine Position, deine Region. Gehaltsvergleiche, Branchenberichte, Netzwerke, nutze alles. Wer mit konkreten Zahlen in ein Gespräch geht, wirkt nicht gierig. Sondern professionell.
2. Kenne deinen eigenen Beitrag. Und mach ihn sichtbar.
Was hast du konkret erreicht? Nicht "ich habe mich sehr engagiert". Sondern: Welche Umsätze, welche Projekte, welche Ergebnisse kannst du benennen? Zahlen überzeugen mehr als Adjektive. Wer seinen Beitrag nicht selbst benennt, riskiert, dass es niemand anderes tut.
3. Timing ist alles.
Das Jahresgespräch ist oft nicht der beste Moment, da hat die Führungskraft schon entschieden. Besser: direkt nach einem sichtbaren Erfolg. Nach einem gewonnenen Auftrag. Nach einem abgeschlossenen Projekt. Wenn dein Wert gerade frisch im Raum steht.
4. Formuliere eine klare Zahl. Kein Bereich.
"Ich stelle mir eine Erhöhung zwischen X und Y vor" klingt unsicher. Sag, was du willst. Eine Zahl. Begründet. Wer einen Bereich nennt, bekommt meistens das untere Ende. Wer eine Zahl nennt, zeigt, dass er weiß, was er wert ist.
5. Sei bereit, Konsequenzen zu ziehen.
Das ist der Punkt, den die wenigsten ansprechen. Eine Verhandlung hat nur dann Gewicht, wenn du auch bereit bist, Nein zu sagen. Das bedeutet nicht, sofort zu kündigen. Aber wenn du weißt, dass du Alternativen hast und das kommunizierst, ruhig und sachlich, verändert das die Dynamik im Raum.
Wer nichts zu verlieren hat, verhandelt anders. Wer Alternativen hat, auch.
Bonus: Was tun, wenn das Unternehmen Nein sagt?
Frag nach dem Warum. Frag, was sich ändern müsste, damit ein Ja möglich wird. Und setz dir eine Frist, innerlich. Wenn sich in sechs Monaten nichts bewegt, ist das auch eine Antwort.
Gehaltsverhandlungen sind kein Kampf. Sie sind ein Gespräch unter Erwachsenen über fairen Austausch. Du leistest etwas. Du verdienst etwas. Beides sollte übereinstimmen.