Okay, bevor hier jemand denkt "Ach toll, noch so eine Menopause-Geschichte von einer Frau, die einfach nur Glück hatte" – ja, genau das ist es. Ich bin eine dieser nervigen Glückspilze, bei denen die Menopause ankam wie ein höflicher Gast, der leise "Hallo" sagt und sich dann unauffällig in die Ecke setzt. Ich weiß, dass viele von euch gerade mit den Augen rollen, während ihr euren fünften schweißgetränkten Pyjama des Tages wechselt. Ich sehe euch. Und ich verstehe, wenn ihr jetzt kurz überlegt, diesen Tab zu schließen.

ABER: Vielleicht macht meine Geschichte ja auch ein bisschen Mut. Denn während uns überall erzählt wird, die Menopause sei die Apokalypse in Hitzewallungen-Form, gibt es uns auch, die langweiligen Glücklichen. Und ehrlich? Das darf man auch mal sagen, ohne sich schuldig zu fühlen.

Also: Dies ist meine ganz persönliche Menopause-Geschichte. Keine Verallgemeinerung. Keine "so muss es sein"-Anleitung. Nur mein persönliches Erlebnis mit dieser Lebensphase, die offenbar beschlossen hat, bei mir im Energiesparmodus zu laufen.

Mit 50 war es soweit. Die Menopause stand plötzlich im Wohnzimmer, ohne vorher geklingelt zu haben. Es kam anders als erwartet, und zwar positiv anders.

Keine Hitzewallungen. Keine dramatischen Schweißausbrüche, bei denen ich aussehe, als hätte ich gerade einen Marathon durch die Sahara absolviert. Nichts. Ich wartete darauf wie auf einen verspäteten Zug, aber er kam einfach nicht. Fast schon surreal, wenn man bedenkt, wie sehr mir alle Frauen in meinem Umfeld von diesem legendären Phänomen erzählt hatten.

Stimmungsschwankungen? Tja, gute Frage. Hier wird es kompliziert. Ich bin seit meiner Geburt temperamentvoll und emotional. Meine Mutter erzählt gerne, dass ich schon als Baby zwischen herzhaftem Lachen und dramatischem Weinen hin- und herpendelte wie ein emotionales Metronom. Wie soll ich also jetzt unterscheiden, was Menopause ist und was einfach... ich bin?

Neulich habe ich wegen eines falsch geparkten Einkaufswagens fast geweint. Menopause? Oder einfach ein Dienstag? Wer weiß das schon.

Die Sache mit der Vergesslichkeit

Letzte Woche stand ich im Supermarkt und starrte minutenlang auf mein Handy, weil ich den Einkaufszettel nicht finden konnte. Ich scrollte durch Apps, checkte meine Notizen, suchte in meinen Nachrichten. Dann fiel mir auf: Ich hielt ihn in der anderen Hand. Den ganzen verdammten Einkaufszettel. Auf echtem Papier. Gefaltet. In meiner linken Hand.

Mein Mann meinte nur trocken: "Menopause-Gehirn?"

Ich schaute ihn an und sagte: "Schatz, ich habe 2003 deine Autoschlüssel in den Kühlschrank gelegt. Das ist kein neues Feature, das ist ein klassischer Bug meines Systems."

Er nickte verständnisvoll. Er weiß Bescheid.

Das Schöne an meiner Version der Menopause ist: Sie ist subtil. Sie schleicht sich ein wie eine Katze, die erst tut, als ob sie nur mal kurz vorbeischaut, und dann bleibt sie einfach. Vielleicht vergesse ich häufiger, wo ich meine Brille hingelegt habe. Aber ehrlich? Das habe ich auch mit 30 schon gemacht.

Die Menopause, zumindest meine, ist weniger ein lauter Knall und mehr ein sanftes "Ach übrigens...". Und weißt du was? Das ist vollkommen in Ordnung. Nicht jede Lebensphase muss mit Fanfaren ankommen. Und nicht jede Frau muss die Hölle durchmachen.

Also hier mein Fazit: Meine Menopause ist wie ich selbst, unvorhersehbar, manchmal verwirrend, aber irgendwie auch ganz charmant. Und wenn ich nicht genau weiß, ob gerade die Hormone verrücktspielen oder einfach mein üblicher Charakter durchkommt? Dann ist das eben meine persönliche Superpower: lebenslange emotionale Authentizität.

Falls du also gerade in die Menopause kommst und Angst hast: Es muss nicht zwingend die Horrorshow werden, von der alle erzählen. Manchmal ist es einfach nur... eine neue Phase. Mit ein paar Extras, die man eh schon kannte.

Willkommen im Club, Menopause. Mach's dir gemütlich, aber erwarte keine Hitzewallungen von mir.