Wir hatten uns beide so richtig schick gemacht, ich mit viel Bling-Bling und roten Pumps, mein Mann sehr nett anzusehen in seiner schicken schwarzen Chinohose mit Glitterweste. Das Restaurant mit stylisher Rooftop-Bar, sehr elegant. Ein ausgezeichnetes 4-Gänge-Menü wartete auf uns, und im Hintergrund lief Musik aus den 80ern.
Bei der Betrachtung des Publikums fand ich das allerdings doch erstaunlich. Egal – wir fanden es gut! Soul, Funk, R&B und ein wenig Latino – voll unser Ding.
Generationswechsel auf der Tanzfläche.
Nach dem Dinner wechselte die Musik. Nicht wirklich schlecht, aber eben doch mehr auf die vorwiegend große Gruppe des Gen-Z- bis Millennium-Publikums abgestimmt. Das hielt uns zwei alte Hasen aber nicht davon ab, einen Teil der Tanzfläche zu sichern.
In den Tanzpausen habe ich mit Begeisterung die anderen Gäste beobachtet, und ich komme nicht umhin, mit Erstaunen die jungen Mädchen zwischen 18 und 25 zu betrachten.
Das Instagram-Paradox
Ein Grüppchen saß auf einer runden Couch und schaute den ganzen Abend in ihre Handys. Sie hatten die Handylampen an, vermutlich für perfektes Selfie-Licht. Stundenlang schossen sie Fotos von sich und posteten wahrscheinlich gleich live auf Instagram. Ich vermute, sie wollten ihrer Community von ihren tollen Erlebnissen berichten.
Aber was genau wollten sie berichten? Sie sind den ganzen Abend nicht von ihrer Ecke gekommen.
Body Positivity in Miniröcken
Auf der Tanzfläche bewunderte ich die gewagten Outfits. Wow! Bis auf wenige Ausnahmen trugen die Mädels alle superkurze Röcke und sehr aufregende Oberteile mit großzügigem Ausschnitt. Ich dachte darüber nach, wie unterschiedlich man auf Kälte reagiert. Ich musste mir zwischendrin immer mal wieder meinen Schal um die Schultern legen, aber diese Mädels schien die Kälte so gar nichts auszumachen.
Was ich richtig gut fand: In dieser Location bewegten sich alle mit einem Selbstbewusstsein, das seinesgleichen sucht. Trotz teilweise – sorry, wieder diese alte Generationsdenke - nicht wirklich vorteilhafter Kleidung.
Ich muss sagen: Bravo, Mädels! Dass ihr einfach anzieht, was euch gefällt, und einen Scheiss darauf gebt, ob euch das steht oder nicht. Ihr macht einfach, was euch gefällt.
Ich arbeite daran, mir diese Leichtigkeit anzugewöhnen. Nur auf meinen Schal werde ich nicht verzichten und mit über 60 werde ich sicher auch keinen knapp über den Po endenden Minirock tragen.
Happy End
Glücklich und zufrieden sind wir dann ganz modern mit dem Uber nach Hause gefahren.
Was von dieser Generation können wir Babyboomer noch lernen? Vielleicht genau diese Selbstverständlichkeit, mit der sie sich ausdrücken, auch wenn wir dabei unseren Schal behalten dürfen.
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